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mJA: Rhein-Neckar Löwen als schlechtes Vorbild – Jungeulen patzen beim 28:28 in Bretzenheim

Veröffentlicht in Handball-Aktuell Jugend » Handball-Aktuell männliche Jugend am Montag, 01. April 2019

„Wir haben heute mit 80% gespielt und gedacht, dass wir das Spiel schon irgendwie nach Hause schaukeln werden. Aber gegen einen Gegner, der 120% gibt, reicht das nicht und dann geht das am Ende so aus wie heute.“ Die Worte von Team-Manager Oliver Roggisch nach der Niederlage seiner Rhein-Neckar Löwen in Gummersbach am Donnerstag hätte man ohne Schwierigkeiten auch Trainer Markus Baumann nach dem enttäuschenden Auftritt seiner Jungs am Sonntag bei der SG TSG/DJK Mainz-Bretzenheim in den Mund legen können. Am Ende musste man mit dem sehenswerten Ausgleich in letzter Sekunde durch Nils Röller zufrieden sein und muss nun auch die letzten theoretischen Chancen auf die Meisterschaft in der RPS-Oberliga begraben.

Ein deutlicher Sieg im Hinspiel, eine volle Bank mit 12 Spielern, während der Gegner nur 9 Spieler auf die Platte brachte, die deutlich bessere Platzierung in der Tabelle, Harz durfte verwendet werden und eine vermeintlich höhere Qualität im Kader – all diese Punkte luden dazu ein, die anstehende Partie als Pflichtaufgabe abzutun. Und auch der gute Start in die Partie ließ die Mannschaft nicht erahnen, dass heute irgendwas schiefgehen könnte. So trafen Jan Eckel und Nils Röller nach 2 Minuten zur 0:2-Führung unserer Jungs, alles schien seinen gewohnten und erwarteten Gang zu gehen. Bretzenheim indes zeigte sich von der ersten Minute an hoch motiviert und engagiert. Mit einer 5-1-Abwehr (Lorenz Imhof agierte vorgezogen) provozierten die Gastgeber immer wieder technische Fehler unserer Jungs und konnten in der 6. Minute mit 4:3 erstmals in Führung gehen. Drei Treffer in Folge drehten die Partie aber wieder zugunsten der Jungeulen. Es gelang aber nicht sich in der Folge abzusetzen. Dennoch hielt die 2-Tore-Führung bis zum 7:9 in der 19. Minute und es schien nur eine Frage der Zeit, wann die Friesenheimer ihr zweifellos vorhandenes Potential abrufen würden. Aber weiterhin wurden Ballgewinne leichtfertig verspielt und in der Abwehr nicht aggressiv genug agiert. Im Angriff wirkte das Positionsspiel pomadig und langsam. Und so konnten wiederum die Gastgeber drei Mal in Folge treffen und übernahmen erneut die Führung. Letztlich sorgte ein Siebenmeter von Max Vogel für den 14:13-Halbzeitstand.

Wer nun erwartete, dass unsere Jungs in der zweiten Hälfte ein anderes Gesicht zeigen würden, sah sich getäuscht. Es gelang leider nicht den Schalter umzulegen, zumal Bretzenheim jetzt auch seine Chance erkannte und weiter dagegenhielt. Allerdings zeigten sich die Jungeulen jetzt deutlich bemühter, die drohende Niederlage abzuwenden. Vor allem Marcel Reis auf Rückraum Mitte wehrte sich nach Kräften und hielt seine Mannschaft durch kluge Offensiv-Aktionen und eigene Treffer im Spiel. Bezeichnend, dass ein B-Jugendlicher zum Führungsspieler mutierte. Vier seiner insgesamt 5 Tore erzielte Marcel in den ersten 12 Minuten des zweiten Spielabschnitts, den letzten davon zum zwischenzeitlichen 20:20 (42. Minute). Und wie das dann so ist in solchen Spielen, wenn es nicht so recht läuft, landet dann ein Wurf am Pfosten, während beim Gegner alles gelingt. Und so konnten sich die Gastgeber bis zur 53. Minute auf 26:23 absetzen. Positiv zu vermerken ist allerdings, dass sich unsere Jungs in dieser Phase nicht aufgaben und durch Paul Blohm, Nils Röller (mit 10 Toren Topscorer, davon 6 Siebenmeter) und Jonah Fassunge wieder zum Ausgleich kamen (26:26). 8 Sekunden vor Schluss dann die erneute Führung für Bretzenheim, Auszeit Friesenheim. Der letzte Angriff bringt den letztlich glücklichen Ausgleich durch einen Rückraumtreffer von Kapitän Nils Röller.

Will man der Partie etwas positives abgewinnen, kann man neben Marcel Reis noch auf Timo Staßek im Tor verweisen, der sein Team mit 8 Paraden einige Male vor höheren Rückständen bewahrte. Und sollten alle Beteiligten aus dem Spiel mitnehmen, dass nur mit der richtigen Einstellung das eigene Potential genutzt werden kann, wäre das Spiel zumindest lehrreich und eine rechtzeitige Warnung vor den anstehenden Qualifikationsaufgaben. Kopf hoch, Jungs!!! Zieht die richtigen Lehren und dann freuen wir uns auf die kommenden Aufgaben.

Es spielten:
Robin Dautermann, Timo Staßek (Tor); Patrick Friedmann (3), David Wißmeier, Jonah Fassunge (4), Lukas Räuber (1), Jan Eckel (3), Linus Bleh, Nils Röller (10/6), Paul Blohm (2), Marcel Reis (5), Dimitri Kerber