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Drama im TSG-Sportzentrum – mC verpasst die Oberliga-Qualifikation im Siebenmeter-Werfen

Veröffentlicht in Handball-Aktuell Jugend » Handball-Aktuell männliche Jugend am Sonntag, 10. Juni 2018
Man muss wohl sehr lange in der Handball-Historie kramen, um auf ein so ausgeglichenes Qualifikationsturnier zu stoßen, wie es am heutigen Samstag im TSG Sportzentrum stattgefunden hat. Mit der HSG Dudenhofen/Schifferstadt, der HSG RN Bingen und der JSG Hunsrück trafen unsere Jungeulen auf drei Gegner auf absoluter Augenhöhe. Die Ausgangssituation: Die ersten beiden Teams qualifizieren sich für die RPS-Oberliga, die beiden anderen Mannschaften scheiden aus.

In der Auftaktpartie trafen unsere Jungs mit der HSG Dudenhofen/Schifferstadt auf alte Bekannte aus der vorangegangenen Qualifikationsrunde, bei der unsere Jungeulen im bedeutungslosen letzten Spiel eine Niederlage einstecken mussten. Man war also gewarnt und wusste um die Stärken der Pfälzer. Von Beginn an zeigte sich, dass dieses Match über die Abwehr entschieden werden würde. Unser Team konnte durch Lars Friedmann und Levin Bohn 2:0 in Führung gehen. Es dauerte bis zur 5. Minute, ehe Dudenhofen/Schifferstadt mit dem ersten Treffer den Anschluss erzielen konnte. In der Folge war das Match ausgeglichen, den Jungeulen gelang es die Partie aus einer starken Defensive zu kontrollieren. In der Offensive scheiterte man aber immer wieder an Torhüter Erik Schopp, so dass man sich nicht entscheidend absetzen konnte. Mit dem Halbzeitpfiff gelang unserem Halbrechten Lars Friedmann ein sehenswerter Distanzwurf und mit einer 8:6 Führung ging es in die Halbzeit. Der zweite Spielabschnitt blieb geprägt von unserer Abwehrreihe und dem überragenden Torhüter der HSG. Allerdings konnte Dudenhofen/Schifferstadt zunächst ausgleichen und dann sogar kurz vor Schluss in Führung gehen. Letztlich traf Levin Bohn 43 Sekunden vor dem Abpfiff zum Endstand von 13:13 – eine gerechte Punkteteilung zum Turnierauftakt, bei der unsere Chancenverwertung einen noch größeren Erfolg verhinderte.

Im zweiten Spiel des Tages trennten sich Bingen und Hunsrück ebenfalls unentschieden (16:16), so dass alle Mannschaften nach der ersten Runde einen Punkt auf dem Konto hatten. Weiter ging es für unsere Jungs im darauffolgenden Spiel gegen JSG Hunsrück und es entwickelte sich das Drama, erster Teil. Von Beginn an rannten die Jungeulen einem Rückstand hinterher. Vor allem Niklas Ihmer auf Halbrechts war nicht zu verteidigen – 7 der ersten 8 Treffer seines Teams gingen auf sein Konto. Nach 12 Minuten stand es 8:4 für die JSG Hunsrück. Doch die Jungeulen kämpften und kamen bis zur Halbzeit auf 9:6 heran. Hoffnung machte sich breit auf den Rängen, die die Mannschaft zu Beginn der zweiten Hälfte noch verstärkte. Ben Stolle, Levin Bohn und Luca Mariani brachten das Team auf 11:9 heran. Aber es folgten 4 Minuten ohne eigenen Treffer und Hunsrück erhöhte auf 14:9. Das Spiel schien in der 23. Minute entschieden. „Fliegt, Eulen, fliegt!“ schallte es nun von den Rängen und die Jungeulen breiteten die Flügel aus und zeigten die Krallen. Die Trainer Malte Metz und Philip Rogawski stellten auf offensive Deckung um und unsere Jungs kamen wieder zurück ins Spiel. Die nächsten 4 Tore erzielte Friesenheim durch Jona Rogawski am Kreis, Luca Mariani auf Rechtsaußen und zwei Mal Simon Müsel über Linksaußen. 14:13 und noch 108 Sekunden zu spielen. Till Glasmacher erhöht auf 15:13, noch eine Minute. Ist das Spiel verloren? Nein, Johannes Hertel trifft und Karim Giebel im Tor hält einen Wurf der Hunsrücker. 6 Sekunden vor Schluss erzielt dann erneut Simon Müsel den Endstand zum 15:15. Ein Unentschieden, dass zu Recht wie ein Sieg gefeiert wird.

Nachdem auch das vierte Spiel des Tages zwischen Dudenhofen und Bingen mit 16:16 unentschieden endete, war klar, dass es in den abschließenden Duellen zu zwei echten Endspielen kommen sollte. Hier setzte sich zunächst Hunsrück deutlich mit 22:12 gegen Dudenhofen/Schifferstadt durch, die der großen Hitze in zwei aufeinanderfolgenden Spielen Tribut zollen mussten und letztlich chancenlos waren. Hunsrück hingegen durfte die Qualifikation zur RPS-Oberliga feiern. Im Anschluss folgte dann das Drama, zweiter Teil unter dem Untertitel „Nichts für schwache Nerven“. Friesenheim oder Bingen – wer würde Hunsrück in die Oberliga folgen? Die erste Halbzeit war komplett ausgeglichen, beiden Mannschaften war die Anspannung anzumerken. Ein 4:6-Rückstand nach 8 Minuten konnten die Jungeulen ausgleichen und bis zur Halbzeit in eine 8:7-Führung drehen. Der Start in die zweite Halbzeit war überragend – Jona Rogawski, Ben Stolle und Lars Friedmann erhöhten auf 11:7. Auch in der Folge kontrollierten die Jungeulen das Spiel – vor allem Jona (7 Tore) spielte am Kreis groß auf und konnte immer wieder durch den Rückraum freigespielt werden. 15:11 stand es 4 Minuten vor Schluss und die ersehnte Oberliga-Qualifikation war zum Greifen nahe. Doch Bingen gibt nicht auf und kann 30 Sekunden vor Schluss zum 15:15 ausgleichen. Ein letzter Angriff unserer Jungs, aber der Bingener Torhüter Jean-Luca Silbereisen kann den Wurf von Simon Müsel abwehren. Das 5. Unentschieden in 6 Spielen bedeutet – Siebenmeterwerfen um den letzten verbleibenden Platz in der Oberliga. Fünf Schützen treten je Mannschaft an, Johannes Hertel verwirft. Ist das schon die Entscheidung? Nein, Karim Giebel hält und die Jungeulen sind wieder im Spiel. Wieder unentschieden nach 5 Siebenmetern. Nun entscheidet jeder Wurf. Bingen legt vor und beim dritten Schützen bleibt erneut Karim Sieger des Duells – Ben Stolle kann jetzt alles klarmachen, aber auch er scheitert. Weiter geht das Drama. Bingen trifft und Yanik Knobel stellt sich der Situation und hat den Mut anzutreten. Der Held des Tages trägt aber leider ein Bingener Trikot und steht zwischen den Pfosten.

Ungeschlagen, aber trotzdem verloren. Bitterer kann Sport nicht sein. Der Glückwunsch gilt den Teams aus Bingen und Hunsrück, viel Erfolg in der RPS-Oberliga. Den Tränen unserer Jungs schließt sich sogar der Himmel an. Pünktlich zum Abschluss der Qualifikation öffnen sich alle Schleusen…

Es spielten:

Karim Giebel (Tor), Deniz Akdeniz (Tor), Tom Kempf, Johannes Hertel, Luca Mariani, Ben Stolle, Lennart Fink, Simon Müsel, Fynn Müller, Levin Bohn, Finn Korell, Yanik Knobel, Lars Friedmann, Jona Rogawski