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Jungeulen on Tour in Leipzig - mB unterliegt nur knapp im Finale

Veröffentlicht in Handball-Aktuell Jugend » Handball-Aktuell männliche Jugend am Montag, 27. August 2018
Für unsere männliche C-, B- und A-Jugend stand am Wochenende mit den DHL LE-Open 2018 der Höhepunkt der Saisonvorbereitung an. Mit dem Reisebus machten sich 42 junge Männer am Freitag auf den Weg, um sich mit den besten Mannschaften Deutschlands plus internationaler Beteiligung zu messen.

Die Jüngsten im Bunde trafen hierbei in einer Fünfer-Gruppe im Modus jeder gegen jeden auf die Füchse Berlin, Nove Vesli aus Tschechien, Bnei Herzliya aus Israel und natürlich die Gastgeber SC DHfK Leipzig. Am Samstag morgen startete man gegen Nove Vesli und es zeigte sich schon hier, dass auf die Jungeulen eine schwere Prüfung wartete. Defensiv standen unsere Jungs recht gut und ließen bis zur Halbzeit nur 12 Gegentreffer zu. In der Offensive lief aber leider nicht viel zusammen und so lag man zur Pause mit 6:12 zurück. Auch in Halbzeit zwei gelang es nicht wirklich das Spiel ausgeglichen zu gestalten. Mit 18:27 ging die erste Partie verloren. Das zweite Match gegen die Füchse Berlin glich einem Scheibenschießen. Beide Teams schienen sich darauf geeinigt zu haben, dass Tore schöner anzusehen sind als gelungene Abwehraktionen. Die Füchse dominierten das Spiel über die gesamte Spielzeit und gewannen letztlich verdient mit 37:29. Weiter ging es am Sonntagmorgen gegen die Gastgeber. Die Jungeulen zeigten sich in der Abwehr deutlich engagierter als am Tag zuvor. Dennoch setzte sich die größere individuelle Klasse der Leipziger durch, zur Halbzeit stand es 16:8 für die Jungs in grün. Als Erfolg sollten die Jungeulen die zweite Halbzeit ansehen, die mit 2 Toren gewonnen werden konnte. Der Endstand lautete 24:18 für die Gastgeber. Gegen die Jungs von Bnei Herzliya starteten die Trainer Philip Rogawski und Malte Metz mit dem jüngeren Jahrgang in die Partie. Die Israelis hingegen traten mit dem B-Jugend-Jahrgang bei dem Turnier an. Unsere Jungs wehrten sich tapfer, konnten aber letztlich der körperlichen Überlegenheit der Israelis nichts entgegensetzen. Mit 17:37 ging auch das vierte und letzte Spiel verloren. „Wir freuen uns, dass wir bei einem top organisierten Turnier mit starken Gegnern teilnehmen durften. Unsere Jungs haben hier sicherlich einiges gelernt und gesehen, was bereits sehr gut funktioniert, aber auch was wir noch verbessern müssen, um eine erfolgreiche Saison bestreiten zu können. Dass wir auf dem letzten Tabellenplatz gelandet sind, ist für mich eher zweitrangig.“ beurteilte Trainer Philip Rogawski die Leistung seiner Jungs.

Bei A- und B-Jugend waren die Teilnehmer und der Spielplan identisch. In zwei Dreier-Gruppen wurden die Halbfinalisten ermittelt. Unsere Jungs trafen hierbei in der Vorrunde auf den Gastgeber und den VfL Potsdam, in der jeweiligen anderen Gruppe kämpften die Füchse Berlin, TUSEM Essen und Nove Vesli um die Plätze. Die A-Jugend begann das Turnier am Samstag mit dem Spiel gegen Leipzig und konnte trotz der verletzungsbedingten Ausfälle von Nils Mader, Niklas Schwarz, Luka Wilbrandt und Bastian Wilbrandt das Spiel bis zum Schluss offen gestalten. Zur Halbzeit lag man etwas schmeichelhaft mit lediglich 3 Toren zurück. Die Jungeulen konnten sich in der zweiten Hälfte noch steigern und kamen immer wieder auf ein Tor heran. Leider fehlte in den entscheidenden Momenten mal das Glück, mal die Kaltschnäuzigkeit. Der Ausgleich wollte einfach nicht gelingen und so setzte sich der Gastgeber letztlich mit 23:20 durch. „Ihr wolltet wohl nicht gewinnen und gute Gäste sein.“ beurteilte Bob Hanning, Trainer der Füchse Berlin, mit einem respektvollen Schmunzeln die Leistung unserer Jungs. Im zweiten Spiel gegen Potsdam legten unsere Jungs noch eine Schippe drauf und dominierten den Gegner in der ersten Hälfte und zu Beginn der zweiten. Mit 11:8 ging es in die Kabinen, nach der Pause wurde die Führung noch auf 13:8 ausgebaut. Dann kam leider ein Bruch ins Spiel. Die Potsdamer steigerten die Intensität in der Defensive und die Schiedsrichter ließen die manchmal grenzwertige Härte zu. Es resultierten hieraus zwei weitere verletzte Spieler, Bjarne Hartmann und Nils Röller waren nicht mehr einsatzfähig. Leider ließen sich unsere Jungs von der harten Gangart der Potsdamer beeindrucken und konnten die Ausfälle nicht mehr kompensieren. Am Ende ging somit auch das zweite Spiel mit 14:21 verloren und es blieb das Spiel um Platz 5 am Sonntag. Hier traf man auf TUSEM Essen und die Mannschaft war sichtlich gewillt, das Turnier nicht als Letzter abzuschließen. Mit 8 verbliebenen Feldspielern wehrte man sich nach Kräften und führte über weite Strecken der Partie, konnte sich aber nicht entscheidend absetzen. Mit 13:13 ging es in die Pause, wobei eine Führung mit 2 oder 3 Toren sicherlich leistungsgerechter gewesen wäre. Gegen Ende musste man dem kräftezehrenden Turnierverlauf Tribut zollen und unterlag 19:22. „Auch wenn wir alle drei Spiele verloren haben, konnten wir in allen Duellen gegen starke Bundesligisten mithalten und sie an den Rand einer Niederlage bringen. Und wenn sich ein Bob Hanning fragt, warum wir nicht Bundesliga spielen, sagt das schon einiges aus.“ war Trainer Markus Baumann sowohl mit der kämpferischen, als auch über weite Strecken spielerischen Vorstellung seines Teams zufrieden. „Wir freuen uns jetzt auf die Rückkehr unserer verletzten Spieler und hoffen dann mit einem kompletten Kader die Saison bestreiten zu können. Aktuell fehlt uns ein kompletter Rückraum – und nominell kein schlechter.“

Besser lief es bei der B-Jugend. Nach einer knappen Niederlage in der Auftaktpartie gegen die Gastgeber (27:28) konnte man sich im zweiten Vorrundenspiel gegen Potsdam deutlich mit 32:22 durchsetzen und die Vorrunde als Gruppensieger abschließen. Im Halbfinale wartete dann Nove Vesli aus Tschechien auf unsere Jungs. Es entwickelte sich ein komplett ausgeglichenes Duell bis zur letzten Sekunde. Das Drama fand in der Schluss-Sekunde seinen Höhepunkt, als beim Stand von 26:25 für unsere Jungs die Schiedsrichter auf Siebenmeter für Nove Vesli entschieden. Torhüter Timo Stassek macht sich groß und der Wurf geht – am rechten Pfosten vorbei. Sieg und Finale für unsere Jungs.

Hier kam es dann zur Revanche des ersten Spiels, erneut war also der SC DHfK Leipzig der Gegner. Sowohl A- als auch C-Jugend inklusive der mitgereisten Eltern waren zugegen und verlegten kurzerhand die Eberthölle nach Leipzig. Heimspiel in Sachsen und unsere Jungs legten los wie die Feuerwehr. Linksaußen Marvin Rheinheimer (nach dem Finale zum besten Spieler des Turniers gekürt) eröffnete die Partie mit zwei sehenswerten Treffern. Unsere Jungs spielten variabel im Angriff und konsequent in der Defensive und konnten sich kurz vor der Halbzeit mit 6 Toren absetzen. Timo Staßek hielt stark und trug mit zahlreichen Paraden zur Führung bei. Mit 13:8 ging es in die Kabine. Aber Leipzig steckte nicht auf und startete bärenstark in den zweiten Spielabschnitt. Ein 4:1-Lauf brachte die Gastgeber wieder in Schlagdistanz, kurz darauf folgte der Ausgleich zum 16:16. Aber die Jungeulen schlugen zurück. Linus Bleh und Paul Blohm wurden hervorragend am Kreis freigespielt – wieder 2 Tore Führung. Aber der entscheidende Treffer will in der Folge nicht gelingen. Torwart Fabio Wille verhindert in dieser Phase immer wieder den Ausgleich, hält zwei Siebenmeter. Drei Minuten vor Schluss steht es 20:18 für unsere Jungs und nur der Pfosten verhindert die 3-Tore-Führung durch Malte Dorra. Schade, das wäre die Entscheidung gewesen!! Im Gegenzug verkürzt Leipzig und kommt 40 Sekunden vor Schluss doch noch zum glücklichen Ausgleich.

Das Siebenmeter-Werfen muss die Entscheidung bringen und hier ist erneut Leipzig die glücklichere Mannschaft. „Ich bin total stolz auf meine Jungs und mit ein bisschen mehr Glück hätten wir die Platte als Sieger verlassen. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten – und die waren auf Seiten der Leipziger.“ war Trainer Gabriel Schmiedt sichtlich zufrieden mit seiner Mannschaft.

Unterm Strich war es für alle Teams ein lehrreiches Wochenende auf höchstem sportlichem Niveau, das alle Mannschaften in der Entwicklung weiterbringen wird. Ein herzliches Dankeschön geht an den SC DHfK Leipzig für die Organisation und Gastfreundschaft.

Alle Ergebnisse und ein Video zum Turnier gibt es hier:
https://www.scdhfk-handball.de/nachwuchs/handball-akademie/le-open/dhl-le-open2018/